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Architektur

Fototermin im privaten Schwimmbad einer architektonisch reizvollen Villa.

Der Fotograf meint beiläufig zur Hausherrin, es würde sich gut machen, wenn man eine Person schwimmen sähe. Sie kommt dem Wunsch, ‘das sei doch gar kein Problem’ umgehend nach.


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»Ah, ja, sehen sie« begann die Hausherrin. »Daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Hier ist überhaupt noch nie jemand anders als nackt geschwommen. Es ist für mich ganz normal.«

Als der Fotograf seinen Wunsch geäußert hatte, war die Hausherrin zu einem der Liegestühle gegangen und hatte die Pantoffeln und das Hauskleid, das sie trug abgestreift. Es wurde sofort offenkundig, dass sie unter dem Hauskleid nichts angehabt – und noch immer nichts an hatte.

Zwei schnelle Schritte und sie war Platsch vom Beckenrand in das nicht wenig großzügige Becken gesprungen und schwamm sofort und routiniert einige Züge.

Der Fotograf nutzte die Gelegenheit ein machte einige Fotos. Sie waren, besonders als die Wellen sich beruhigt hatten und die Wasseroberfläche außer der Bugwelle der Schwimmerin ganz glatt geworden war, ganz ausgezeichnet und strahlten jene klare und kühle Eleganz aus, die er mit seinen Bildern hatte transportieren wollen.

Die Frau, die im klaren Wasser deutlich als Nacktschwimmerin erkennbar war, bildete genau jenen weichen und lebendigen, fleischlichen Kontrast zu dem kühlen blauen Ambiente, das er sich gewünscht hatte. Dass sie nackt war, nun, das war Zeitgeist und gab den Bildern einen zusätzlichen Stil von Schlichtheit und Klarheit.

Auch als sie kurz darauf dem Becken tropfend und mit nass glänzender Haut entstieg, zeigte die Hausherrin keine Spur von Scheu. »Sind die Bilder gut?« fragte sie und kam ungeniert lächelnd auf den Fotografen zu. Nun bemerkte er, dass ihre Brustwarzen sich versteift hatten und ihr bis auf einen schmalen Streifen rasiertes Schamhaar sehr gepflegt wirkte.

»Haben sie meinen nackten Arsch auch drauf?« fragte sie belustigt und beugte sich über den kleinen Monitor des Laptops auf dem der Fotograf die Bilder an Ort und Stelle begutachtete.

»Ich wusste nicht, dass sie eine so freizügige Frau sind…« machte der Fotograf nun seinen unausweichlichsten Gedanken Luft und sah sie zum ersten Mal direkt an.

»Was meinen sie?« fragte sie keck dagegen. »Weil ich nackt bin und mich nicht vor ihnen geniere?«

Dass sie nackt war, nun, das war Zeitgeist und gab den Bildern einen zusätzlichen Stil von Schlichtheit und Klarheit.

»Wir sind hier oft zusammen nackt mit Freunden und feiern Nacktparties.«

»Wir sind hier in unserem Wellnessbereich immer nackt. Dazu ist er schließlich da.«


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